Richtiges Einkaufen für Diabetiker
Gelnhausen. Wenn auch Diabetiker fast alle Lebensmittel und Speisen genießen dürfen, ohne dass dies ihrer Gesundheit schaden muss, sollten Menschen mit einem Diabetes mehr über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln wissen. Anlässlich des Welt-Diabetes-Tages hatten der „EDEKA aktiv-markt Lauber“ und der Deutsche Diabetiker Bund mit seinen Selbsthilfegruppen im Main-Kinzig-Kreis zu einem Einkaufstraining nach Gelnhausen-Meerholz eingeladen, um gerade dieses Wissen zu vermitteln oder zu vertiefen.
Einfach überwältigend war das Interesse an dieser Veranstaltung. „Mit so viel Anmeldungen haben wir nicht gerechnet“, so Jürgen Lauber, der im Beisein von Heinrich Friedrich, Leiter der Selbsthilfegruppe Gelnhausen und Mitglied verschiedener Gremien im Deutschen Diabetiker Bund, sowie den Diabetesberaterinnen Elke Lingenfelder und Carmen Kirst von den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen über 50 Besucherinnen und Besucher im EDEKA aktiv-markt Lauber, dem ersten „generationenfreundlichen Supermarkt Hessens“, begrüßen konnte.
„Wir wollen beim Einkaufen Alternativen entdecken, die besonders Diabetikern eine gesunde Ernährung ermöglichen“, verdeutlichte Elke Lingenfelder den Sinn des Einkaufstrainings. Eigentlich sollte Elke Lingenfelder alleine das Training durchführen. Doch wegen der vielen Anmeldungen mussten Gruppen eingeteilt werden und von den MK-Kliniken kam noch die Diabetesberaterin Carmen Kirst zur Hilfe. „Richtiges“ Essen bedeute eine bewusste, ausgewogene Ernährung mit nicht zu viel Kalorien, einem mäßigen Fettgehalt und ausreichend Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen, so Lingenfelder.
Auf eins machten die Diabetesberaterinnen auch aufmerksam: „Nie hungrig einkaufen gehen“. Und: „Immer die Zutatenlisten beachten“. In vielen Lebensmitteln seien Zucker und Fette versteckt, denen man aus dem Weg gehen solle. Auch für Diabetiker gelte, mindestens fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse, verdeutlichte Elke Lingenfelder beim Rundgang durch die große Obst- und Gemüseabteilung des EDEKA aktiv-marktes Lauber. „Saisongerecht einkaufen“, empfahl die Diabetesberaterin, während Auszubildende des Marktes kleine Rohkost-Snacks anboten.
Auch zum Thema Fette und Öle gab es wichtige Tipps. „Bevorzugt werden sollten Raps- und Olivenöle, da sie reich an einfach ungesättigten Fettsäuren sind“, verdeutlichte Carmen Kirst. Streich-, Back- und Bratfette wie Butter, Margarine und Schmalz sollten nur sparsam verwendet werden.
Viel Zeit verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Käse- und Wurstregalen sowie den Frischetheken des Marktes. „Fettarmes Fleisch bevorzugen, wie zum Beispiel mageres Rindfleisch sowie Hühner- oder Putenfleisch“, empfahlen Elke Lingenfelder und Carmen Kirst. Dass auch fettarme Wurst mundet, davon konnte man sich anhand zahlreicher Proben überzeugen, die die Lauber-Mitarbeiterinnen an den Frischetheken vorbereitet hatten.
Dabei spielte natürlich auch der Fettgehalt von Käse eine wichtige Rolle. Elke Lingenfelder und Carmen Kirst erläuterten die Fettgehaltsstufen und den Unterschied zwischen „Fett i.T.“ und dem Absolutwert. Die deutsche Käseverordnung schreibe die Angabe des Fettgehalts in der Trockenmasse (Fett i. Tr.) vor. Der Absolutwert sei zwar abhängig vom Wassergehalt des Käses, liege aber meist um rund die Hälfte darunter.
Große Aufmerksamkeit fand auch die Fischtheke des EDEKA-Marktes. „Wir haben jeden Tag frischen Fisch im Angebot“, so Jürgen Lauber. „Ein- bis zweimal pro Woche sollte man Fisch essen“, fügte Elke Lingenfelder hinzu. Besonders Seefisch sei ob seiner Omega-3-Fettsäuren sehr zu empfehlen.
Natürlich durfte der Gang zur Milch und den Milchprodukten nicht fehlen. Bei Joghurt sei es sinnvoller, ein Diätprodukt zu kaufen, da ein Teil des Zuckers durch Süßstoff ersetzt werde und deshalb auch weniger Kalorien enthalten seien, so die Diabetesberaterinnen. Bei Milch sollten man Sorten mit einem Fettgehalt von 1,5 Prozent kaufen.
Neben Obstkonserven (ohne Zuckerzusatz), Tiefkühlprodukten und Getreideprodukten (auf hohen Anteil an Vollkorn achten), wurden auch die diätischen Lebensmittel in Augenschein genommen. Produkte wie Diätschokolade, Diätnutella, Diäthonig oder Diätbrot seien nicht sinnvoll, erklärten Lingenfelder und Kirst. Zur Sprache kam auch das Süßungsmittel „Stevia“, das ab Dezember auch in Deutschland zugelassen ist. „Wir haben uns auf den freien Verkauf von Stevia schon vorbereitet“, so Jürgen Lauber.
Getränke und Alkohol spielten während des Einkaufstrainings auch eine wichtige Rolle. „Am günstigsten sind Getränke ohne BE/Kcal“, so Elke Lingenfelder. Alkohol sei nur in kleinen Mengen möglich. Liköre sollte man meiden. „Trockener Wein oder Sekt sind zu bevorzugen“. Die Diabetesberaterin riet von Diätbier oder alkoholfreiem Bier ab. Gerade dieses hätten viele Kalorien.
Nach so viel Wissen rund ums richtige Einkaufen gaben Elke Lingenfelder und Carmen Kirst noch weitere wichtige Tipps mit auf den Nachhausweg: „Nicht mehr essen als nötig; beim Essen sich genügend Zeit nehmen und beim Essen nicht fernsehen oder Zeitung lesen“.





